crying out loud@ myblog.de ...fallen...


An Tagen wie diesen


Starr sah ich zum Himmel hinauf. Wie versteinert stand ich da. Nur eine kurze Bewegung wiederholte sich immer und immer wieder. Meine Hand. Sie fuhr hoch zu meinem Mund. Die Zigarette zwischen den Fingern. Mund leicht geöffnet. Ich ziehe an. Verschlinge den Rauch. Tief in mir. Ich spüre wie er meine Lungen füllt, ich spüre wie er sie verlässt wenn ich mit einem leichten Seufzer alles wieder ausatme. Und die ganze Zeit bin ich starr. Sehe zum Himmel hinauf. Durch die Wolken scheint es rötlich und orange, da die Sonne gerade hochgeht.
Ein knarrendes Klingeln ertönt und ich drehe mich wie in Zeitlupe um. Blicke vom Fenster an dem ich stehe zu meinem Nachtkästchen hinüber. Der Wecker. Langsam, Schritt für Schritt schreite ich hin um ihn auszuschalten. Die Zigarette in der Hand. Der Blick starr. Besessen. Im Hintergrund hört man den Fernseher. Nachrichten. Tote. Blut. Ich will die Bilder nicht sehen. Ich will die Nachrichten nicht hören. Sie brennen. Sie brennen sich in mein Gehirn. Sie Bohren sich tief ein wie eine Zecke die ihren Stachel immer tiefer ins Fleisch stößt um sich an dem Blut zu ergötzen. Wie eine Zecke die man nicht mehr los wird. Und selbst wenn man sie entfernt bleibt das Gift zurück. Nur jene die Glück haben entkommen der Krankheit die das Gift mit sich trägt. So auch diese Bilder. Diese Bilder die man nie wieder vergisst. Ein schreiendes Kind auf der Suche nach seiner Mutter. Es weiß nicht dass sie unter den Trümmern von irgendeinem Gebäude ersticken wird. Denn die Rettungskräfte finden sie nicht. „Da unten ist keiner“ schreien sie. Aber sie ist doch unten! Keine Kraft zum schreien! Keine Kraft zu weinen. Und so sucht das Kind und die Mutter wartet, betet, … weiß dass sie sterben muss.
Ja das sind die Bilder, die Bilder die sich einbrennen. Das sind jene Bilder die man nie los wird.
Schwankend wie in Trance schmeisse ich die Zigarette aus dem Fenster und setze mich aufs Bett. Die Nachrichten ertönen immer noch aus dem Fernseher. „Erdbeben. Bombe. Haus. Eingestürzt. Tote. Hilfe. Naturkatastrophe.“
Mein Blick schweift ab. Meinen Arm hinunter. Wunden. Schmerz. Leben.
Ich reisse die Augen auf. Illusion. Lege mich aufs Bett. Der ton der Nachrichten ist belanglos geworden. Ich höre ihn nicht. Schmerz das einzig wahre. Zeigt uns dass wir leben. Alles Illusion.
Und ohne es zu bemerken. Blut. Die eine Hand zerkratzt die andere. Neige den Kopf zur Seite. Sehe zum Fenster, die Sonne steht am Himmel und lacht schadenfroh, an Tagen, wie diesen…

(c) by ~Knuffel~








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